Erwin Schrödinger und das Paradoxon des Lebens. - Physik, diffuses Bewusstsein und östliche Philosophie. #999118

di Bruno Del Medico

Edizioni PensareDiverso

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In einer Kiste befindet sich eine Katze. Neben ihr steht eine Vorrichtung, die Gift freisetzt, sobald ein radioaktives Atom zerfällt. Solange die Kiste verschlossen bleibt, kann sich das Atom nach einer extremen Auslegung der Quantenphysik in einer Überlagerung von Zuständen befinden: zerfallen und nicht zerfallen. Die Katze wäre dann, in einem paradoxen und unerträglichen Sinne, gleichzeitig lebendig und tot.
Nur wenige Gedankenexperimente hatten die Kraft dieses Bildes. Es hat Eingang in Lehrbücher, Filme und Alltagsgespräche gefunden; es ist zu einer Metapher für Ungewissheit, Mehrdeutigkeit und sogar für Leben geworden, die angesichts einer Entscheidung in der Schwebe sind. Doch Schrödingers Katze wurde weder erfunden, um zu beweisen, dass die Welt absurd ist, noch um anzudeuten, dass das menschliche Bewusstsein die Realität auf magische Weise erschafft, indem es sie betrachtet. Sie wurde 1935 als Provokation konzipiert: als eine Möglichkeit zu zeigen, wie schwierig es war, die seltsamen Regeln der atomaren Welt ohne Hinterfragen auf die Welt der Lebewesen zu übertragen.
Hinter dieser Kiste verbirgt sich nicht nur ein physikalisches Rätsel. Dahinter steht eine uralte und radikale Frage: Was ist Leben? Erwin Schrödinger, einer der Väter der Quantenmechanik, war kein Physiker, der bereit war, diese Frage am Rande seines Fachgebiets zu belassen. Seine Neugierde überschritt Grenzen, die wir heute gerne als getrennt betrachten: Materie und Geist, Biologie und Physik, wissenschaftliche Erkenntnis und philosophische Reflexion. In seinem berühmten Buch „Was ist Leben?“, das 1944 erschien, versuchte er zu verstehen, wie es Organismen gelingt, die „ “ – ihre eigene Ordnung – in einem Universum aufrechtzuerhalten, das auch von Unordnung beherrscht wird. Doch Schrödinger war auch ein aufmerksamer Leser der indischen Philosophie. In den Upanishaden und im „Advaita Vedānta“ fand er Formulierungen einer Intuition, die ihn sein ganzes Leben lang begleitete: Die Vielfalt individueller Erfahrungen ist möglicherweise nicht das letzte Wort über die Wirklichkeit. Vielleicht ist das, was wir „Ich“ nennen, eine lokale Perspektive, ein offenes Fenster zu einer größeren Gesamtheit. Vielleicht ist das Bewusstsein kein Objekt unter vielen Objekten.
Das sind faszinierende, aber heikle Ideen. Wissenschaft und östliche Philosophie sprechen verschiedene Sprachen, stellen unterschiedliche Fragen und wenden unterschiedliche Kriterien an, um das Plausible vom Wahren zu unterscheiden. Und doch können sie sich auf einem gemeinsamen Boden begegnen: der Erkenntnis, dass die Realität nicht immer den einfachsten Bildern entspricht, die wir uns von ihr machen.
Dieses Buch schildert Schrödinger als Protagonisten einer Epoche, in der die Materie aufhörte, fest, vorhersehbar und vollständig vom Beobachter getrennt zu erscheinen. Doch der von Schrödinger erschlossene intellektuelle Horizont erstreckt sich noch weiter und führt zu einem aktuellen Thema: dem Bewusstsein, einem der größten Geheimnisse des Menschen. So erstreckt sich der von Schrödinger in der Quantenphysik begonnene Weg auf die Metaphysik, die östliche Philosophie, die Biologie und die Neurowissenschaften bis hin zur Hypothese eines vereinheitlichten Bewusstseinsfeldes und  offenbart eine immer tiefere Aktualität in der zeitgenössischen Debatte.
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Altre informazioni:

Formato:
ebook
Anno di pubblicazione:
2026
Dimensione:
533 KB
Protezione:
nessuna
Lingua:
Tedesco
Autori:
Bruno Del Medico