Die Paradoxien der höchsten Wissenschaft ist ein Buch von Éliphas Lévi, das erstmals 1856 erschien. Die englische Fassung – eine anonyme Übersetzung – erschien erstmals 1883 im Verlag der Theosophischen Gesellschaft und wurde 1922 mit umfangreichen Fußnoten eines „Eminenten Okkultisten“ (E.O.) neu aufgelegt.
Lévís kurze, aphoristische Abhandlung bietet eine stringent argumentierte Reihe von sieben Paradoxen, die die Grenzen zwischen Vernunft und Glauben, Wissenschaft und Mystik sowie der sichtbaren und der unsichtbaren Welt ausloten. Verfasst in dem lebhaften, oft epigrammatischen Stil, der Lévi zu einer Leitfigur des Esoterismus des 19. Jahrhunderts machte, fungiert das Werk sowohl als philosophische Provokation als auch als praktischer Aufruf an den ernsthaften Studenten des Okkultismus.
Der Einfluss des Buches beruht weniger auf dogmatischer Originalität als auf seiner klärenden Kraft: Lévi formuliert bekannte okkultistische und kabbalistische Ideen als intellektuelle Paradoxien neu und betont, dass die Aufgabe der „höchsten Wissenschaft“ darin bestehe, Gegensätze zusammenzuhalten, anstatt sie aufzulösen. Für Leser, die eine Einführung in den klassischen westlichen Esoterismus suchen, schlägt dieser kompakte Aufsatz eine Brücke zwischen dem Studium der Magie, der Metaphysik und der symbolischen Sprache der Kabbala und erklärt zugleich, warum Okkultisten des 19. Jahrhunderts für eine Versöhnung von wissenschaftlicher Forschung und spiritueller Wahrheit plädierten.